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Blutige Hochzeit

Spielfilm, Thriller • 16.03.2026 • 20:15 - 21:45
Pierre (Michel Piccoli) und Lucienne (Stéphane Audran) können nicht voneinander lassen.
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Pierre (Michel Piccoli, re.) liebt die Ehefrau von Paul (Claude Piéplu, li.).
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Endlich Zweisamkeit: Pierre (Michel Piccoli) und Lucienne (Stéphane Audran)
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Paul (Claude Piéplu, li.), Pierre (Michel Piccoli, Mi.) und Lucienne (Stéphane Audran, re.) nach dem vermeintlichen Unfall ...
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Originaltitel
Les noces rouges
Produktionsland
F, I
Produktionsdatum
1973
Altersfreigabe
16+
Spielfilm, Thriller
In einer Provinzstadt an der Loire bleibt eigentlich nichts verborgen - vor allem kein Liebesverhältnis. Dennoch gelingt es Lucienne, der Frau des gaullistischen Abgeordneten Delamare, und Pierre, dem sozialistischen Stadtrat, verheiratet mit einer unheilbar kranken Frau, ihre Beziehung zu verheimlichen. Doch um ihr Glück auch wirklich gemeinsam genießen zu können, müssten sie frei sein. Pierre entdeckt, dass es ein Leichtes wäre, seine Frau mit einer erhöhten Dosis ihrer Medikamente zu töten, und ermordet sie tatsächlich. Jetzt steht nur noch Paul Delamare im Weg. Lucienne und Pierre beschließen, auch ihn zu töten. Doch die beiden Morde machen sie nicht frei. Im Gegenteil: Um keinen Verdacht zu erregen, dürfen sie sich nicht mehr sehen. Bis ein anonymer Brief bei der Polizei eintrifft … Die Geschichte des Films beruht auf einer wahren Begebenheit, deren Protagonisten als die "Teufel von Bourganeuf" bekannt wurden. Doch Chabrol geht es in seinem Film nicht um die Schilderung des Verbrechens. Er nutzt den Fall zu einer subtilen, aber heftigen Attacke auf die französische Bourgeoisie und vor allem die damaligen politischen Verhältnisse. Einmal mehr steht in "Blutige Hochzeit" die Familie als Kernstück der bürgerlichen Gesellschaft im Mittelpunkt. Doch das vorgebliche Familienglück ist zerrüttet, die Ehen sind nur noch Fassade. Stattdessen: Ehebruch und Mord. Die erhoffte Freiheit entpuppt sich als Gefängnis der Konventionen. Was aber, so die zentrale Frage des Films, bringt die Menschen dazu, lieber einen Mord zu begehen, als ihre Gefühle offen einzugestehen?